Hauseinweihung

Wie oben schon zuvor unter Gründung erwähnt, fanden die Vereinsveranstaltungen in verschiedenen Lokalen statt, zuletzt in der „Lahnlust“. Genauso alt wie die Fridericiana selbst war aber auch der Gedanke an ein eigenes Haus. Schon 1893 gründete der AHV (heute PhV) einen Hausbaufonds.

Vordringlichstes Problem war zunächst ein geeignetes Grundstück. Nachdem man im Frühjahr 1904 ein angebotenes Grundstück am Ortenberg unter Spiegelslust wegen dessen Abgeschiedenheit abgelehnt hatte, wurde der Geheimrat Prof Dr. Walter Troeltsch, ein Alter Herr des AGV München, der am Rotenberg Nr. 16 wohnte, im Mai durch einen Bekannten auf ein zum Verkauf stehendes Grundstück an der Lutherstraße aufmerksam gemacht. Es war eines der Grundstücke am Schlossberg, von denen nur noch wenige zu haben waren und um die sich viele Verbindungen, die sich mit Hausbauplänen beschäftigten, rissen. Dank des schnellen Handelns von Walter Troeltsch und dem AHV wurde dann am 21. Januar 1905 das Grundstück Lutherstraße 22 erworben.

Der erste Schritt in Richtung Haus war also getan. Für den zweiten Schritt setzte man sich eine Frist von sechs bis zehn Jahren. Auf dem AH-Tag vom 7.Oktober 1906 in Berlin wurde die Finanzierung eines Hausbaus durchgesprochen. Man errechnete einen Bedarf von ca. 70.000 Goldmark. Der Berliner Regierungsbaumeister a.D. Conrad Faerber wurde im Mai 1907 von der Hausbaukommission als Architekt gewählt. Im Mai 1908 lagen Pläne und ein Modell vor. Nun wurde die Finanzierung auf die Beine gestellt: 20.000 Goldmark als Hypothek bei der Sparkasse, eine zweite Hypothek in gleicher Höhe von einem Herrn Hildebrandt aus Berlin, sowie 32.000 Goldmark aus Spenden und Anleihen von Alten Herren.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. Juli 1910. Die feierliche Hausweihe wurde vom 22.-25. Juli 1911 begangen – das Fridericianerhaus stand! Vom heutigen Zustand unterschied es sich durch eine Kegelbahn im Keller, eine offene Veranda (sie wurde 1964 mit Fenstern versehen) und eine künstlerische Bemalung des großen Saales (im Zweiten Weltkrieg zerstört) sowie eine Vertäfelung des kleinen Saales. Auch das Wohnheim mit seinen einzelnen Zimmern entstand erst in den 60er Jahren.

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