Gründung

Im Gründungsjahr 1889 der Fridericiana gab es in Marburg bereits sieben Verbindungen sowie
zehn wissenschaftliche Vereine, die später zu Verbindungen wurden. Darunter befand sich jedoch keine Gruppierung mit musischer Ausrichtung. Für die Gründung dieses sozusagen noch fehlenden Studentengesangvereins in Marburg waren zwei Männer maßgeblich:

August Stuckenschmidt
Friedrich Weiß

Friedrich Friedel Weiß und August Stuckenschmidt. Beide waren bei den Göttinger Blauen Sängern aktiv gewesen und hatten dann nach Marburg gewechselt.
Zunächst versuchten sie im Sommersemester 1889, die schon bestehende Verbindung Schaumburgia sowie den Akademischen Richard-Wagner-Verein zum Eintritt in den Verband zu bewegen, was diese jedoch ablehnten. Der Verband selbst stand einer Marburger Neugründung sehr skeptisch gegenüber, da man eine solche nicht für lebensfähig hielt. Dennoch ließen Weiß und Stuckenschmidt in ihren Bemühungen nicht nach. So traf man sich am 16. November 1889 mit zwei weiteren Kartellbrüdern und drei Interessenten in der Gaststätte Missomelius in Weidenhausen und einigte sich über die Gründung eines Studentengesangvereins. Am 8. Dezember 1889 war es dann soweit:

 

Im Hansenhaus fand die Gründung statt; die Statuten (von Friedel Weiß nach Göttinger Vorbild erarbeitet), Wappen und Zirkel und deName „Studentengesangverein Fridericiana Marburg“ wurden einstimmig beschlossen. Der Name „Verein“ weist schon auf das schwarze Prinzip hin, in dessen Gefolge man sich verstand, d.h. Ablehnung von Band, Mütze und Plflichtmensur. Die Gründungsfarben waren blau-gold-rot. Erster Präside wurde Stuckenschmidt, Vereinslokal das Cafe Quentin am oberen Steinweg.

 

Am Tag nach der Gründung stattete man dem Rektor der Universität, Prof Dr. Herrmann, den bei Neugründungen üblichen Antrittsbesuch ab und räumte dessen Bedenken aus dem Weg, dass man eine Konkurrenz zum schon bestehenden „Akademischen Concertverein“ der Universität darstelle. Dennoch kündigte der Rektor an, Rücksprache mit dessen Leiter, dem Universitätsmusikdirektor Richard Barth, zu halten.

Daraufhin fasste die Fridericiana umgehend einen Conventsbeschluss, gemäß dem alle Fridericiana-Mitglieder auch zur Teilnahme am Concertverein verpflichtet wurden. Barth bietet daraufhin an, die musikalische Leitung der Fridericiana zu übernehmen. Die nun folgende Zeit mit Barth als Dirigent war prägend für die musikalischen Leitlinien der Fridericiana und zwar nachhaltig…

%d Bloggern gefällt das: